30 Jahre Kraus Hardware: 2. Teil unseres Rückblicks

29. 06.2022 | E‑Blog

30 Jahre Kraus Hardware: 2. Teil unseres Rückblicks

29.06.2022 | E‑Blog

2022 gibt es Kraus Hardware bereits seit 30 Jahren. Aus diesem Anlass blicken wir in insgesamt drei Teilen im Blog auf unsere Geschichte zurück. Im zweiten Teil geht es um die Jahre 2001 bis 2009. Den ersten Teil finden Sie hier.

Natür­lich: Bei der Nen­nung des Jah­res 2001 denkt man direkt an „9/11“ – viele wis­sen immer noch, wo sie waren, als zwei Flug­zeuge das World Trade Cen­ter tra­fen. „Ich saß im Büro, als ein Mit­ar­bei­ter im Vor­bei­lau­fen davon erzählte. Zu die­sem Zeit­punkt konnte ich die Situa­tion nicht ein­schät­zen, aber wir hat­ten spä­ter schnell die Befürch­tung, dass die gesamte Ent­wick­lung unser Unter­neh­men betref­fen könnte“, sagt Andreas Kraus. Tat­säch­lich beginnt in den nächs­ten Mona­ten die erste wirt­schaft­li­che Krise in der Fir­men­ge­schichte – die Auf­träge bre­chen mas­siv ein. „Es war, als hätte man den Ste­cker gezo­gen“, bringt Andreas Kraus die Situa­tion auf den Punkt. Dabei kommt die Ent­wick­lung zu einem denk­bar schlech­ten Zeit­punkt, denn Kraus Hard­ware hat seit Beginn des Jah­res einen neuen Stand­ort in der Oden­wald­straße in Groß­ost­heim. Die zuvor genutz­ten Räum­lich­kei­ten im Eigen­heim der Fami­lie Kraus und in einer ange­mie­te­ten Nach­bar-Woh­nung sind zu klein gewor­den. Folg­lich ent­schei­det man sich Ende 2000 für eine leer­ste­hende, ehe­ma­lige Klei­der­fa­brik mit einer Grund­flä­che von immer­hin 700 Qua­drat­me­tern. Hier ist zu die­sem Zeit­punkt genug Platz für Ent­wick­lung und Pro­duk­tion. Ins­ge­samt sind zu Beginn des Jah­res 2001 ca. 18 Mit­ar­bei­ter bei Kraus Hard­ware beschäftigt.

In der Krise neu posi­tio­nie­ren
In der wirt­schaft­li­chen Krise nach „9/11“ muss das Unter­neh­men aber zum ers­ten (und ein­zi­gen) Mal einige Mit­ar­bei­ter betriebs­be­dingt kün­di­gen. Der Umsatz geht zum Bei­spiel im Jahr 2002 um 11 Pro­zent zurück (ein Jahr zuvor war er noch um den glei­chen Wert ange­stie­gen). Die „Saure-Gur­ken-Zeit“, wie es Andreas Kraus nennt, dau­ert ins­ge­samt zwei Jahre. Aller­dings eröff­nen Kri­sen für Unter­neh­men oft neue Chan­cen – man kann sich neu posi­tio­nie­ren und andere Dienst­leis­tun­gen ent­wi­ckeln. Und genau das ist bei Kraus Hard­ware der Fall: Im Jahr 2001 wan­delt sich das Unter­neh­men zum EMS-Dienst­leis­ter. Zuvor geht es aus­nahms­los um die Pro­duk­tion des ADwin-Mess­sys­tems. „Die Wei­ter­ent­wick­lung lag auf der Hand. Immer­hin hat­ten wir eine Bestü­ckungs- und eine Fräs­ma­schine sowie diverse Ent­wick­lungs­tools für die ADwin-Her­stel­lung und es gab in die­sem Feld zunächst kaum noch Auf­träge. Also muss­ten wir einen Weg fin­den, die Maschi­nen gewinn­brin­gend zu nut­zen. Über Wei­ter­emp­feh­lun­gen von bestehen­den Kun­den und Lie­fe­ran­ten gewan­nen wir dann erste Bestü­ckungs­auf­träge für uns“, erklärt Andreas Kraus den Neu­start. Von da ab geht es lang­sam berg­auf. Diverse Auf­träge rund um Bestü­ckung und Fräs­ar­bei­ten hel­fen „über den Berg“.

Gro­ßer Auf­trag im Jahr 2003 bringt die Wende
Im Jahr 2003 ent­schei­det sich ein gro­ßer euro­päi­scher Auto­mo­bil­her­stel­ler dafür, seine Schrau­ber-Tech­no­lo­gie an einem gro­ßen Pro­duk­ti­ons­stand­ort zu moder­ni­sie­ren. Bei der daten­ba­sier­ten Über­wa­chung der Schrau­ber-Pro­zesse kommt das ADwin-Mess­sys­tem zum Ein­satz, womit sich der bis dahin größte Auf­trag der Fir­men­ge­schichte von Kraus Hard­ware ver­bin­det. In ande­ren Wor­ten: Die Krise ist end­gül­tig über­wun­den, was sich auch bei den Mit­ar­bei­tern zeigt: Im Jahr 2004 sind es bereits 20. Ein Jahr spä­ter fer­tigt das Unter­neh­men sogar eine Elek­tro­nik-Steue­rung für ein For­mel-Eins-Team – ein beson­ders anspruchs­vol­ler Auf­trag ange­sichts einer enor­men Minia­tu­ri­sie­rung und Packungs­dichte. Über­haupt gilt: In den nächs­ten Jah­ren ent­wi­ckelt sich das Unter­neh­men auf der tech­no­lo­gi­schen Ebene immer wei­ter. So ent­schei­det sich Andreas Kraus bei­spiels­weise dafür, im Jahr 2007 eine Rework-Anlage anzu­schaf­fen. Wie kommt es dazu? „Wir haben schon Ende der 90er Jahre mit dem BGA-Löten begon­nen. Das war zu die­sem Zeit­punkt eine schwie­rige Tech­no­lo­gie. Unsere ers­ten Ergeb­nisse soll­ten sei­ner­zeit durch einen exter­nen Rework-Dienst­leis­ter opti­miert wer­den. Aller­dings muss­ten wir fest­stel­len, dass die­ser das auch nicht opti­mal hin­be­kam. Inso­fern über­nah­men wir das Rework selbst. Das war der Start­punkt für die­ses Feld in unse­rem Unter­neh­men“, so Andreas Kraus.

Im Jahr 2007 wer­den die Räum­lich­kei­ten in der Oden­wald­straße wie­der knapp und man ent­schei­det sich erst­mals für den Kauf (und nicht mehr nur für die Miete) eines bestehen­den Gebäu­des. Erneut fällt die Wahl auf eine ehe­ma­lige Klei­der­fa­brik – nicht ganz zufäl­lig, denn in der Gegend von Groß­ost­heim sind eine ganze Reihe von Fir­men aus der Beklei­dungs­in­dus­trie ansäs­sig. Anfang 2008 star­tet die Gene­ral­sa­nie­rung des Gebäu­des und am Ende des Jah­res bezieht das Unter­neh­men dann den (bis heu­tige gül­ti­gen) Stand­ort am Ost­ring. Und wie für den ers­ten gro­ßen Umzug im Jahr 2001 gilt: In genau die­ser Phase bricht eine glo­bale Krise her­ein. Dies­mal ist es die Finanz- und Immo­bi­li­en­krise im Zuge der Leh­man-Pleite. Immer­hin schrumpft die deut­sche Wirt­schaft im Jahr 2009 zum ers­ten Mal seit dem Zwei­ten Welt­krieg um rund fünf Pro­zent, wobei Kraus Hard­ware gut über die nächs­ten Monate hin­weg­kommt. Aber diese Geschichte erzäh­len wir im drit­ten und letz­ten Teil unse­res Rückblicks.

Beim Umzug aus dem Fami­li­en­haus muss der Bestü­ckungs­au­to­mat durch die Gara­gen­de­cke geho­ben werden.

Umzug Ende 2000: Beim Trans­port der Maschi­nen hilft die Feuerwehr.

Andreas Kraus: „Wir hat­ten schnell die Befürch­tung, dass die gesamte Ent­wick­lung rund um 9/11 unser Unter­neh­men betref­fen könnte.“

Im Jahr 2001 wan­delt sich das Unter­neh­men zum EMS-Dienstleister.

Im Jahr 2003 ent­schei­det sich ein Auto­mo­bil­her­stel­ler dafür, seine Schrau­ber-Tech­no­lo­gie zu moder­ni­sie­ren. Dabei kommt das ADwin-Mess­sys­tem zum Einsatz.

Blick in den Pro­duk­ti­ons­be­reich am Stand­ort „Oden­wald­straße“.

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