Das finale Röntgenbild mit zusätzlichen Informationen aufwerten

Feb 8, 2024

Eine ebenso intel­li­gente wie ein­fach umsetz­bare Rönt­gen-Lösung im Auf­trag eines Kun­den: Kraus Hard­ware beschrif­tet per Laser eine Kup­fer­fo­lie, die sich direkt auf Bau­grup­pen auf­kle­ben lässt. Das anschlie­ßend ange­fer­tigte Rönt­gen­bild ent­hält somit zusätz­li­che Infor­ma­tio­nen wie einen Bar­code. Wie funk­tio­niert das Ganze im Detail?

 „Nicht der Daten­satz der Rönt­gen­auf­nahme ent­hält eine zusätz­li­che Infor­ma­tion, son­dern das Bild selbst!“  

Dass die Daten von Rönt­gen­bil­dern auto­ma­ti­siert mit zusätz­li­chen Infor­ma­tio­nen ver­se­hen wer­den, ist zunächst ein­mal nichts unge­wöhn­li­ches – gerade in Bran­chen mit hohem Pro­duk­ti­ons­vo­lu­men und weit­ge­hend stan­dar­di­sier­ten Abläu­fen gehört zu den Rönt­gen­prü­fun­gen bei­spiels­weise das par­al­lele Aus­le­sen von RFID-Chips oder Bar­codes hinzu. Anschlie­ßend kann man die Prüf­ergeb­nisse sys­te­ma­tisch den Bau­grup­pen-Daten zuord­nen und in Daten­ban­ken able­gen. Aber ist es im Umkehr­schluss auch mög­lich, einen indi­vi­du­el­len Strich­code und eine Seri­en­num­mer im (!) Rönt­gen­bild sicht­bar zu machen – und das selbst dann, wenn das betref­fende Bau­teil oder die Bau­gruppe zunächst ein­mal gar keine der­ar­tige Mar­kie­rung hat? Sprich: Nicht der Daten­satz der Rönt­gen­auf­nahme ent­hält eine zusätz­li­che Infor­ma­tion, son­dern das Bild selbst!

Kup­fer­fo­lie rückt in den Fokus
Mit die­ser unge­wöhn­li­chem Anfrage trat vor eini­ger Zeit ein Kunde auf Kraus Hard­ware zu, wobei man das Wort „unge­wöhn­lich“ hier direkt etwas rela­ti­vie­ren muss. Schließ­lich ist das Unter­neh­men bekannt dafür, beson­dere Lösun­gen bereit­zu­stel­len – abseits der bekann­ten Pfade. „Wir ver­ste­hen uns als eine Art von EMS-Manu­fak­tur, was unter ande­rem mit ein­schließt, dass jede neue und unbe­kannte Auf­gabe eines Kun­den mit ebenso neuen und krea­ti­ven Lösun­gen beant­wor­tet wird. Ein gewis­ser Tüft­ler-Geist treibt uns an“, erklärt Gesell­schaf­ter Andreas Kraus. Im Bei­spiel­fall war es ebenso: Die Mit­ar­bei­ter haben sich im Vor­feld Gedan­ken gemacht, wie die Auf­gabe zu lösen ist – eine Idee führte dabei zu einer selbst­kle­ben­den Kup­fer­fo­lie, die ansons­ten bei der EMV-Abschir­mung zum Ein­satz kommt. Sie wurde bis­lang noch nicht bear­bei­tet. Erste Tests im haus­ei­ge­nen ACI-Laser­sys­tem bestä­tig­ten aber, dass man per Laser eine Num­mer und einen Strich­code in das Mate­rial ein­gra­vie­ren bzw. ein­schnei­den kann:

  • Dazu wird der Kup­fer­strei­fen inklu­sive Trä­ger­band auf einer Unter­lage im Inne­ren der Laser­ma­schine fixiert und anschlie­ßend die gewünschte Beschrif­tung nega­tiv auf­ge­bracht, weil die Anlage die gesamte Folie gewis­ser­ma­ßen „durch-lasert“.
  • Im zwei­ten Schritt wird die Kup­fer­fo­lie ein­fach vom Trä­ger­band gelöst und das End­ergeb­nis auf die Bau­gruppe aufgeklebt.

Mate­ri­al­stärke ent­schei­dend
Aber wie genau kann die Rönt­gen­an­lage das Kle­be­band inklu­sive Strich­code und Seri­en­num­mer prä­zise detek­tie­ren und die Infor­ma­tio­nen im fina­len Bild gut sicht­bar dar­stel­len – ist das Band dafür nicht eigent­lich zu dünn? „Im Grunde basiert die gesamte Idee auf dem Funk­ti­ons­prin­zip der X‑Ray-Absorp­tion“, so Andreas Kraus. „Die Strah­len wer­den im Bau­teil oder in der Bau­gruppe – je nach Mate­ri­al­stärke und Mate­ri­al­dichte – in unter­schied­li­cher Weise absor­biert. Und je höher die Absorp­tion ist, desto dunk­ler wird die­ser Bereich im fina­len Bild dar­ge­stellt. Die auf­ge­klebte Rönt­gen­fo­lie sorgt für noch mehr Absorp­tion – und zwar in unter­schied­lich star­ker Weise, weil die von uns auf­ge­brachte Gra­vur ja auch die Dicke der Folie ver­än­dert. Diese Unter­schiede sind im Rönt­gen­bild sicht­bar. Die Schrift wird somit eins zu eins wiedergegeben.“

Nur 1D-Bar­codes mög­lich
Ergän­zend sollte man an die­ser Stelle beto­nen, dass diese Lösung bes­ser funk­tio­niert, wenn die Lei­ter­platte ver­hält­nis­mä­ßig wenige stö­rende Struk­tu­ren auf­weist. Im Übri­gen han­delt es sich bei dem auf­ge­brach­ten Mus­ter im Kup­fer-Kle­be­band nur um einen ein­di­men­sio­na­len Bar­code (1D), wobei die dazu­ge­hö­ri­gen Recht­ecke („Stri­che“) ein­zeln auf die Folie gela­sert wer­den. Zwei­di­men­sio­nale QR-Codes oder eine 2D-Data­ma­trix las­sen sich auf diese Weise nicht ein­gra­vie­ren. Bleibt am Ende die nahe­lie­gende Frage, ob man die zusätz­li­chen Infor­ma­tio­nen im Rönt­gen­bild (bei genü­gend hohem Kon­trast) auto­ma­ti­siert per ORC-Schrift­er­ken­nung aus­le­sen könnte? „Im Bei­spiel­fall stellte das zunächst ein­mal keine Kun­den­an­for­de­rung dar“, erklärt Phil­ipp van der Gouwe von Kraus Hard­ware. „Der Kunde benö­tigte nur einen Text bzw. eine Num­mer, die von Men­schen im Bild gele­sen wer­den kann. Aller­dings haben wir in Tests bereits fest­ge­stellt, dass man den gela­ser­ten Strich­code auf der Bau­gruppe erfolg­reich ein­scan­nen kann – zum Aus­le­sen des Codes im Rönt­gen­bild gibt es noch keine nähe­ren Infos.“

Bar­code und Seri­en­num­mer kann man sehr gut im fina­len Rönt­gen­bild ablesen.

Die beschrif­tete Kup­fer­fo­lie (hier noch in der Laser­ma­schine) wird ein­fach auf die Bau­gruppe aufgeklebt.

Die Rönt­gen­an­sicht des Bar­codes im Detail.

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