Rework: Wenn die Bauteile knapp werden …

Jul 15, 2021

Es gibt viele Mel­dun­gen über knappe Roh­stoffe und feh­lende Mate­ria­lien in der Indus­trie. Teil­weise brem­sen sie sogar den wirt­schaft­li­chen Auf­schwung. Im Bereich der Elek­tronik­pro­duk­tion ist das nicht anders, aller­dings ste­hen hier auch diverse Alter­na­ti­ven zur Bau­teil-Neu­be­schaf­fung zur Ver­fü­gung – von der Bau­grup­pen­re­pa­ra­tur über die Rück­ge­win­nung bis zum Refreshing.

„Mitt­ler­weile gibt es sogar Pro­bleme bei her­kömm­li­chen Tei­len, deren Beschaf­fung bis­lang noch rela­tiv ein­fach war. 

Natür­lich ist die Pan­de­mie eine neue Erfah­rung für die Ver­ant­wort­li­chen in Indus­trie und Logis­tik. Dabei tre­ten unge­ahnte Effekte auf. Bei­spiels­weise bestell­ten asia­ti­sche Ree­de­reien eine Zeit lang keine Leer­con­tai­ner mehr, weil sie auf­grund des Lock­downs in ver­schie­de­nen Län­dern nicht gebraucht wur­den. Auf der ande­ren Seite wur­den kaum noch Waren (und somit auch keine Con­tai­ner) von den USA und Europa nach Asien gesen­det. Schließ­lich wurde hier ja auch viel weni­ger pro­du­ziert. Das Gesamt­ergeb­nis: In den west­li­chen Län­dern liegt aktu­ell ein Con­tai­ner-Über­schuss vor, in Asien gibt es hin­ge­gen zu wenige.

Wie­der­be­schaf­fungs­zei­ten von mehr als einem Jahr
In der Folge kommt es der­zeit an vie­len Stel­len in der Indus­trie zu Mate­rial-Eng­päs­sen – auch in der Elek­tronik­pro­duk­tion. Folg­lich stel­len wir zum Bei­spiel fest, dass Wie­der­be­schaf­fungs­zei­ten von mehr als einem Jahr lei­der keine Sel­ten­heit mehr sind. Dazu kommt, dass neu auf­ge­tauchte Bestände bei unse­ren Lie­fe­ran­ten schnell ver­grif­fen sind oder die Bro­ker bei Ad-hoc-Bestel­lun­gen den regu­lä­ren Preis um das 10- bis 20-fache erhö­hen. Mitt­ler­weile gibt es sogar Pro­bleme bei her­kömm­li­chen Tei­len, deren Beschaf­fung bis­lang noch rela­tiv ein­fach war. Vor die­sem Hin­ter­grund ist es übri­gens auch nicht mög­lich, eine seriöse Auf­lis­tung der betrof­fe­nen Bau­teile zu erstel­len. Das wäre immer nur eine Momentaufnahme.

Kraus Hard­ware bie­tet „tech­ni­sche Alter­na­ti­ven“
Was also tun? Zum einen bit­ten wir unsere Kun­den darum, so früh­zei­tig wie mög­lich zu bestel­len oder zumin­dest eine Mate­ri­al­frei­gabe zu ertei­len, damit die benö­tig­ten Mate­ria­lien und Bau­teile recht­zei­tig zur Ver­fü­gung ste­hen. Zum ande­ren gibt es eine Reihe von „tech­ni­schen“ Alter­na­ti­ven. Mit unse­rem Know-how im Rework und in der Bau­grup­pen­ana­lyse unter­stüt­zen wir viele Kun­den je nach Anfor­de­rung. Die Band­breite reicht hier von der Bau­grup­pen­re­pa­ra­tur über die Bau­teil­rück­ge­win­nung (sie wer­den fach­ge­recht von nicht benö­tig­ten Bau­grup­pen abge­lö­tet) bis zum Refres­hing oder Beku­geln (Reb­al­ling). Bei Letz­te­rem wird das Bau­teil zunächst ent­lö­tet und das Rest­lot ent­fernt. Anschlie­ßend erfolgt das Reb­al­ling des Chips und das Rücklö­ten auf die Lei­ter­platte. So kann man unter Umstän­den eine Bau­gruppe ohne den Ein­satz von neuen Bau­tei­len reparieren.

„Fer­ti­gungs­knapp­heit“ ver­hin­dern
Übri­gens ist es auch gut mög­lich, dass es nach der Bau­teil­knapp­heit zu einer Fer­ti­gungs­knapp­heit kommt – näm­lich dann, wenn die Bau­teile wie­der vor­lie­gen und plötz­lich alle „auf ein­mal“ ihre ver­scho­be­nen Pro­duk­ti­ons­auf­ga­ben nach­ho­len wol­len. Das lässt sich ebenso mit tech­ni­schem Know-how und intel­li­gen­ter Pla­nung ver­hin­dert: Man fer­tigt ein­fach jetzt die benö­tig­ten Bau­grup­pen – so weit wie mög­lich – und setzt ein­zelne (der­zeit noch feh­lende Bau­teile) spä­ter nach. 

Ins­ge­samt gilt: Der gesamte Rework-Pro­zess wird von uns lau­fend über­wacht und so die Qua­li­tät des Pro­zes­ses gesi­chert. Dabei mes­sen wir die Tem­pe­ra­tur mit bis zu acht Ther­mo­ele­men­ten, schüt­zen hit­ze­emp­find­li­che Bau­teile, kon­trol­lie­ren den Pro­zess per Live­bild­ka­mera und vie­les mehr. In Zei­ten der all­ge­mei­nen Mate­ri­al­knapp­heit ist das Rework eine echte Alter­na­tive – spre­chen Sie uns an!

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