„Reparatur-Kooperation“ von Kraus Hardware: eine Win-Win-Situation

02. 02.2026 | E‑Blog, Repa­ra­tur

„Reparatur-Kooperation“ von Kraus Hardware: eine Win-Win-Situation

2.02.2026 | E‑Blog, Repa­ra­tur

Eine Idee mit Potential für alle Beteiligten: Kraus Hardware bietet zum Beispiel Anlagenbauern an, Elektronik (für die es keine Ersatzteilversorgung mehr gibt) im Inneren ihrer Produkte wiederkehrend zu reparieren. Was für Vorteile hat das? Das Beispiel einer Kälte-Wärme-Kammer macht es deutlich.

Wie res­sour­cen­ef­fi­zi­ent arbei­ten deut­sche Unter­neh­men? Fun­dierte Ant­wor­ten geben seit eini­gen Jah­ren die Stu­dien des VDI ZRE als Kom­pe­tenz­zen­trum für zir­ku­läre Wirt­schaft. Zuletzt haben die Spe­zia­lis­ten deut­sche Mit­tel­ständ­ler nach ihren Maß­nah­men rund um Res­sour­cen­eff­zi­enz gefragt – mit eher erwart­ba­ren Ergebnissen:

  • 74 Pro­zent sam­meln zum Bei­spiel Pro­duk­ti­ons­ab­fälle zur Wiederverwertung.
  • Knapp 40 Pro­zent set­zen auf repa­rier­bare und wie­der­ver­wend­bare Produkte.
  • Nur 12 Pro­zent bauen ein zir­ku­lä­res Geschäfts­mo­dell auf (Reuse, Repair, Remanufacture).

„Repa­rier­bar­keit“ als Markt­ver­spre­chen
Inter­es­sant ist die­sem Zusam­men­hang, dass die „Erhö­hung der eige­nen Wett­be­werbs­fä­hig­keit“ als Trei­ber für mehr Res­sour­cen­ef­fi­zi­enz genannt wird – von immer­hin 55 Pro­zent der Befrag­ten. Der Ansatz liegt für viele Unter­neh­men auf der Hand: Wer seine Pro­dukte, Anla­gen und Maschi­nen mit dem Ver­spre­chen von sehr lan­ger Repa­rier­bar­keit (inklu­sive Ser­vice­dienst­leis­tun­gen) auf den Markt bringt, hat Plus­punkte gegen­über der Konkurrenz.

Koope­ra­tion mit Anla­gen­bau­ern im Fokus
Das übli­che Ver­spre­chen „10 Jahre Ersatz­teil­ver­sor­gung nach Pro­duk­ti­ons­ende“ genügt dabei aber kaum. Immer­hin sind diverse Anla­gen und Maschi­nen in der Indus­trie mit­un­ter 30 Jahre im Ein­satz. Aber was genau könnte man die­sen Anwen­dern im Ser­vice­fall anbie­ten? „Unsere Idee ist eine Koope­ra­tion zwi­schen Anla­gen­bau­ern und einem Elek­tro­nik­dienst­leis­ter wie Kraus Hard­ware“, erklärt Andreas Kraus, Gesell­schaf­ter von Kraus Hard­ware. „Wir über­neh­men die wie­der­keh­rende Repa­ra­tur von wich­ti­gen elek­tro­ni­schen Bau­grup­pen, die nicht mehr her­ge­stellt wer­den. Grund­vor­aus­set­zung ist dabei, dass wir ein gewis­ses Hin­ter­grund­wis­sen zu die­ser Elek­tro­nik haben – also etwa Schalt­pläne vor­lie­gen. Das lässt sich mit Anla­gen­bau­ern aber gut absprechen.“

Maschi­nen­bauer: „Wir stel­len den Ser­vice sicher“
Dazu kommt ein zwei­ter ent­schei­den­der Punkt: Die Spe­zia­lis­ten repa­rie­ren nicht nur – sie sor­gen für Pro­zess­si­cher­heit. Kon­kret heißt das: Mit Funk­ti­ons­prü­fun­gen wird sicher­ge­stellt, dass die wie­der­her­ge­stellte Elek­tro­nik dau­er­haft betriebs­be­reit ist und im Ein­satz kei­ner­lei Abwei­chun­gen von der Norm auf­tre­ten. Ein­her geht das Ganze mit einer star­ken Mar­ke­ting­bot­schaft, die Maschi­nen- oder Anla­gen­bauer an ihre Kun­den wei­ter­ge­ben: „Bei uns wird Ihnen auch dann gehol­fen, wenn unsere Maschi­nen meh­rere Jahr­zehnte im Ein­satz sind. Wir stel­len den Ser­vice mit Part­nern sicher.“

Kos­ten über 40.000 Euro: Kälte-Wärme-Kam­mer als Bei­spiel
Bleibt am Ende die Frage, in wel­chen Anwen­dungs­fel­dern diese Idee zum Tra­gen kommt. „Wir sehen zahl­rei­che Mög­lich­kei­ten im Bereich der Indus­trie und der Ener­gie­wirt­schaft oder bei Mobi­li­täts­lö­sun­gen “, erklärt Andreas Kraus, der auch ein eige­nes Bei­spiel parat hat: Das Unter­neh­men ver­fügt über eine Kälte-Wärme-Kam­mer für ther­mi­sche Stress­si­mu­la­tio­nen. Hier wer­den Bau­grup­pen extre­men Tem­pe­ra­tu­ren ausgesetzt.

Aller­dings wies das Gerät zuletzt tech­ni­sche Män­gel auf – nach über 20 Jahre im Ein­satz keine Über­ra­schung. Ersatz­teile gab es aller­dings nicht mehr. Stand eine Neu­an­schaf­fung im Raum? „Die Kos­ten für ein Neu­ge­rät betra­gen rund 40.000 Euro, ohne dass wir dabei einen Mehr­wert haben“, erklärt Andreas Kraus. „Das war somit keine attrak­tive Lösung.“

Suche nach dem Feh­ler
Inso­fern haben die Spe­zia­lis­ten eine Repa­ra­tur initi­iert und den Feh­ler gesucht – in die­sem Fall sogar ohne Hin­ter­grund­wis­sen zur Elek­tro­nik, was mit erheb­li­chem Zeit­auf­wand ein­her ging (siehe Info­kas­ten). „Die­ser Pro­zess macht so nur bei eige­nem Equip­ment wirk­lich Sinn. Wenn jemand von außen an uns her­an­tritt, benö­ti­gen wir mehr Infor­ma­tio­nen zur Elek­tro­nik, damit der Auf­wand klei­ner ist“, betont Andreas Kraus.

Trotz­dem gilt: Das Ergeb­nis ist vor­bild­haft. Die Kälte-Wärme-Kam­mer funk­tio­niert wie­der, womit eine hohe Inves­ti­ti­ons­summe ver­mie­den wurde – und genau das ist eine Story, die auch für den Her­stel­ler des Gerä­tes inter­es­sant sein könnte …

Wie genau lief der Reparturprozess an der Kälte-Wärme-Kammer ab?
  • Start: Ein­gren­zung des Feh­ler­bil­des, visu­elle Inspek­tion, Strom­kreis­nach­ver­fol­gung und Messungen
  • Iden­ti­fi­ka­tion: Erken­nung von feh­ler­haf­ten Modu­len sowie von Bau­tei­len mit begrenz­ter Lebens­dauer – bei­spiels­weise Elek­tro­lyt­kon­den­sa­to­ren oder opto­elek­tro­ni­sche Komponenten.
  • Über­prü­fung: Check der Elek­tro­lyt­kon­den­sa­to­ren, visu­elle Iden­ti­fi­ka­tion der Her­stel­ler­ar­ti­kel und Erstel­len einer BOM
  • Aus­tausch: Erneue­rung der defek­ten Bauteile
  • Inbe­trieb­nah­me­tests: Refe­renz­mes­sun­gen der Temperaturverläufe
Schaltpläne zur spezifischen Elektronik des Gerätes lagen nicht vor. Die Suche nach Fehlern war insofern aufwändig.
KRAUSBLOG – News aus der Elektronik-Welt

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