Wenn das Fachwissen nur „in den Köpfen“ vorhanden ist …
Wenn das Fachwissen nur „in den Köpfen“ vorhanden ist …
Was passiert eigentlich, wenn Unternehmen ihren EMS-Produktionspartner wechseln möchten – der dazugehörige Produktionsprozess aber zuvor nicht richtig dokumentiert wurde? Antworten gibt Kraus Hardware. Das Unternehmen sichert vorhandenes Wissen und führt die Produktion anschließend nahtlos weiter.
Erdrutschartige Veränderungen prägen den deutschen Arbeitsmarkt in den nächsten Jahren: Bis 2039 erreichen rund 13,4 Millionen Menschen das gesetzliche Renteneintrittsalter, so die Angaben des Statistischen Bundesamts. Folglich stehen laut KfW-Mittelstandspanel von 2024 immerhin 84 Prozent der größeren Mittelständler vor Problemen bei Stellenbesetzungen – und wo Arbeitskräfte fehlen, sinkt die Produktivität!
Wissenslücken nehmen zu
Allerdings gibt es gerade in der produzierenden Industrie noch ein weiteres Problem, das mit dieser Entwicklung einhergeht: Hochspezialisiertes Prozess- und Produktionswissen, das über Jahrzehnte hinweg gewachsen ist, existiert mitunter nur „in den Köpfen“ von langjährigen Facharbeitern oder der Geschäftsführung. Für die letztgenannte Gruppe gilt laut KfW Research: 39 Prozent der mittelständischen Unternehmerschaft ist 60 Jahre oder älter! Und rund 310.000 Unternehmerinnen und Unternehmer, die aus ihrer Firma ausscheiden, ziehen eine Schließung in Betracht, so KfW Research.
„Die Folgen davon erleben wir bei Kraus Hardware heute schon“, erklärt Andreas Kraus, Gesellschafter von Kraus Hardware. „So bekommen wir aktuell zunehmend Anfragen von Unternehmen, die kurzfristig eine etablierte Fertigung verlagern müssen – zum Beispiel deshalb, weil beim bisherigen Produktionspartner Geschäftsführer oder Produktionsleiter in den Ruhestand gehen und mit ihnen zentrales Wissen verschwindet. Besonders problematisch ist das, wenn dieses Unternehmen über Jahre hinweg sehr individuelle Baugruppen gefertigt hat. Manchmal gibt es dann keine vollständige Dokumentation und die Übergabe des Know-hows gestaltet sich schwierig.“
Wissen sichern – Produktion weiterführen
Nun liegt es auf der Hand, dass derartige Probleme angesichts des demographischen Wandels zunehmen: Wenn sich „persönliches Fachwissen“ zusammen mit Experten in den Ruhestand verabschiedet, erschwert das jede Produktionsübernahme. Genau hierbei unterstützt Kraus Hardware, denn die Spezialisten gehen bei der Übernahme sehr systematisch vor. Im ersten Schritt sichern sie vorhandenes Wissen: „Manchmal gibt es zum Beispiel noch Stücklisten mit alternativen Komponenten. Das schauen wir uns genau an“, erklärt Andreas Kraus. „Außerdem sind alle Layout-Daten und Infos zu den Testverfahren interessant. Viele Angaben dieser Art tragen wir systematisch zusammen.“
Insgesamt rücken dabei diese Fragen in den Fokus:
- Basisinformationen: Welche Daten zu Leiterplatte, Layout, Mechanik, Programmierung und Co. sind vorhanden?
- Dokumentation: Wurden das kleinteilige „Prozesswissen“ und spezielle Verarbeitungsschritte präzise dokumentiert?
- Lieferstatus: Liegen Stücklisten vor? Welche Komponenten haben dabei einen kritischen Lieferstatus oder wurden bereits vom Herstellern abgekündigt?
- Tests und Prüfungen: Gibt es dokumentierte Testverfahren?
- Gesamtprozess: Lassen sich die Produktionsprozesse überhaupt rekonstruieren oder muss ein neuer Ablauf etabliert werden?
„Gerade bei älteren Baugruppen ist der Produktionsprozess oft individueller als zunächst gedacht. Deshalb ist es wichtig, die hergebrachte Fertigung zu verstehen. Das ist immer unser Ausgangspunkt. Anschließend unterstützen wir bei der Verlagerung und führen die Produktion nahtlos weiter“, betont Andreas Kraus. „Am Ende ist jedes Verlagerungsprojekt anders und wir passen uns flexibel an. Dabei bauen wir zum Beispiel – wenn es nötig ist – neues Wissen auf oder recherchieren alternative Lösungen. Die Kunden bekommen individuelle Produktionslösungen.”
Umfassendes Prozesswissen (auch bei End-to-End-Reparaturprozessen)
Ob Produktionsübernahme oder eine ganz neue Aufgabe – bei uns kommen Entwicklungs- und Fertigungsqualität, Expertenwissen und eine umfassende High-Tech-Ausstattung gebündelt zusammen. Auch bei systematischen Reparaturprozessen ist dieser Ansatz interessant: Wir reparieren anspruchsvolle Elektronik „in Serie“ und bringen so viele industrielle Anwendungen, Maschinen und weitere Technik wieder zum Laufen.
Alle Infos dazu und diverse Erfolgsbeispiele finden sie hier.