5 Fragen zum Thema „KI“: Was plant Kraus Hardware?

01. 12.2025 | E‑Blog

5 Fragen zum Thema „KI“: Was plant Kraus Hardware?

1.12.2025 | E‑Blog

Kraus Hardware investiert in Zukunftstechnologie: Ein neuer Server nutzt Künstliche Intelligenz, um diverse Prozesse zu automatisieren – unter anderem die Automatische Optische Inspektion (AOI) rückt dabei in den Fokus. Wichtig: Die verwendeten Daten bleiben rundum geschützt und landen zu keinem Zeitpunkt in einer „KI-Cloud“. Welche Anwendungen könnten in Zukunft profitieren?

1. In wel­che Tech­no­lo­gie hat Kraus Hard­ware inves­tiert und wie sicher ist die Lösung ?

Wir ver­fü­gen seit kur­zem über einen Ser­ver mit gro­ßer GPU (Gra­phics Pro­ces­sing Unit) inklu­sive 96 GB VRAM. Mit die­ser Aus­stat­tung kön­nen wir anspruchs­volle KI-Anwen­dun­gen wie maschi­nel­les Ler­nen und große Sprach­mo­delle effi­zi­ent betrei­ben. Und: Das modu­lare Design lässt sich pro­blem­los um zusätz­li­che GPUs erwei­tern. Des­halb ist das Ganze fit für wei­tere Ent­wick­lun­gen in der KI-Technologie.

Ent­schei­dend ist außer­dem, dass alle Large Lan­guage Models (LLM) und Vision Lan­guage Models (VLM) ohne Cloud-Anbin­dung funk­tio­nie­ren und nur inner­halb unse­res Netz­werks inter­agie­ren. Die Daten blei­ben also „bei uns“ und wer­den nicht an externe Ser­ver ver­sen­det – ein ganz wich­ti­ger Punkt. Schließ­lich arbei­ten wir zum Bei­spiel mit sen­si­blen tech­ni­schen Spe­zi­fi­ka­tio­nen, Prüf­do­ku­men­ten und Produktionsunterlagen.

2. Wel­che KI-Modelle kom­men über­haupt zum Einsatz?

„Aktu­ell sind wir noch in einer Pro­be­phase, denn es gibt bereits eine Viel­zahl von Model­len für jeden Anwen­dungs­fall. Wir prü­fen regel­mä­ßig neue Ent­wick­lun­gen und ent­schei­den, ob ein neues Modell in unsere Umge­bung über­nom­men wird“, sagt dazu Tho­mas Rauch, ver­ant­wort­lich für die IT bei Kraus Hard­ware. Gerade im Bereich „Doku­men­ten­ver­ar­bei­tung“ ist die Ent­wick­lung schnell: Die KI kann Lie­fer­scheine oder Rech­nun­gen voll­stän­dig „ver­ste­hen“ und ord­net sie auto­ma­tisch den inter­nen Bestän­den und Pro­zes­sen zu. Ein sol­cher Pro­zess ist zukünf­tig auch bei Kraus Hard­ware denkbar.

3. Wel­che wei­te­ren Auf­ga­ben könn­ten die ver­schie­de­nen Modelle bei Kraus Hard­ware übernehmen?

Das Feld ist groß. Uns geht es dabei um sehr kon­krete und pra­xis­nahe Arbei­ten. Denk­bare Beispiele:

  • Einer­seits wird die KI zu einer Art „digi­ta­lem Kol­le­gen“, der alle Doku­mente des Unter­neh­mens per­fekt kennt – von Prüf­an­wei­sun­gen bis zu Fer­ti­gungs­richt­li­nien. Wenn nun ein Mit­ar­bei­ter eine spe­zi­fi­sche Frage zu einem Pro­zess hat, kann er die KI fra­gen: „Wel­che Prüf­vor­ga­ben gel­ten für Bau­teil XY?“. Die Ant­wort kommt in Sekun­den­schnelle. Und: Sie stammt aus­schließ­lich aus den eige­nen Datenquellen!
  • Ande­rer­seits sehen wir Mög­lich­kei­ten, um wert­schöp­fende Pro­zes­sen zu ver­bes­sern. Dabei erfolgt zum Bei­spiel die gra­fi­sche Aus­wer­tung von AOI-Kame­ra­bil­dern (Auto­ma­ti­schen Opti­sche Inspek­tion) mit­hilfe von KI. Die Tech­no­lo­gie unter­stützt uns also dabei, Löt­feh­ler zu erken­nen, feh­lende Bau­teile zu bestim­men oder Ver­un­rei­ni­gun­gen zu detek­tie­ren. Inter­es­san­ter­weise arbei­ten wir dazu bereits mit dem Her­stel­ler Göpel elec­tro­nic zusam­men, denn eine geplante KI-Assis­tenz­funk­tion (AI Advi­sor) für das AOI-Sys­tem von Göpel wird bei uns in Kürze installiert.
  • Im Übri­gen rückt zukünf­tig eine all­ge­meine Auto­ma­ti­sie­rung in den Fokus: Ein­ge­hende E‑Mails, Bestel­lun­gen oder Doku­mente wer­den ohne manu­el­len Ein­griff ver­ar­bei­tet. Zudem hilft die KI bei der Erstel­lung von Test­pro­gram­men oder sucht selbst­stän­dig im Inter­net nach Daten­blät­tern, Zer­ti­fi­ka­ten und Spezifikationen.

4. Gibt es erste KI-Anwen­dun­gen, die bei Kraus Hard­ware bereits im Ein­satz sind?

Eines der ers­ten Tools ist eine Über­set­zungs- und Text­as­sis­tenz: Interne Doku­mente, E‑Mails und tech­ni­sche Unter­la­gen wer­den mit weni­gen Klicks über­setzt oder sprach­lich opti­miert. „Natür­lich kön­nen das auch viele Cloud-basierte LLMs – bei uns erfolgt ein sol­cher Pro­zess nun aber lokal“, betont Tho­mas Rauch. „Immer­hin haben wir einige Mit­ar­bei­ter, für die Deutsch keine Mut­ter­spra­che ist. Diese Funk­tion ist für sie eine große Hilfe.“

5. Wel­che wei­te­ren Mög­lich­kei­ten eröff­net KI in der Branche?

Die Band­breite ist groß. Sie reicht von KI-gestütz­ten Design-Tools, mit denen man Schal­tun­gen und Lay­outs effi­zi­en­ter ent­wer­fen kann, über die auto­ma­ti­sierte Erstel­lung von tech­ni­schen Doku­men­ta­tio­nen bis zur Steue­rung des Mate­ri­al­ein­satz. Dazu ana­ly­siert die KI große Mate­ri­al­da­ten­ban­ken und simu­liert anschlie­ßend Eigen­schaf­ten wie Wär­me­ab­lei­tung oder Halt­bar­keit. (Siehe dazu auch den Info­kas­ten auf die­ser Seite.)

Link-Tipp: Der FED-Arbeits­kreis Design und Bau­gruppe hat hier ein umfang­rei­ches Infor­ma­ti­ons­pa­pier zu den Mög­lich­kei­ten von KI im Elek­tronik­be­reich veröffentlicht.

 

Einsatz von KI im Elektronikbereich – 6 Beispiele
  1. Design: KI unter­stützt beim Ent­wurf des Designs, erkennt Regel­ver­let­zun­gen und schlägt Opti­mie­run­gen vor.
  2. Simu­la­tion: Kom­plexe Designs wer­den simu­liert und dabei mög­li­che Feh­ler früh erkannt.
  3. Qua­li­täts­si­che­rung: KI ver­bes­sert die opti­sche Inspek­tion: Löt­feh­ler, feh­lende Bau­teile oder Ver­un­rei­ni­gun­gen wer­den zuver­läs­si­ger erkannt, Pseu­do­feh­ler reduziert.
  4. Pre­dic­tive Main­ten­ance: Maschi­nen­da­ten wer­den ana­ly­siert, um War­tungs­be­darfe früh­zei­tig zu erken­nen und Aus­fälle zu vermeiden.
  5. Mate­rial- & Kom­po­nen­ten­aus­wahl: KI fin­det Alter­na­tiv­bau­teile, bewer­tet Eigen­schaf­ten und unter­stützt somit bei der Entscheidung.
  6. Sup­ply-Chain: Durch Bedarfs­pro­gno­sen und eine intel­li­gente Pla­nung wer­den Mate­ri­al­flüsse, Lager­be­stände und Trans­port­wege effi­zi­en­ter gesteuert.
Der neue Server bewältigt anspruchsvolle KI-Anwendungen wie maschinelles Lernen und große Sprachmodelle.
Die Daten werden nicht an externe Server versendet.
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