5 Fragen zum Thema „KI“: Was plant Kraus Hardware?
5 Fragen zum Thema „KI“: Was plant Kraus Hardware?
Kraus Hardware investiert in Zukunftstechnologie: Ein neuer Server nutzt Künstliche Intelligenz, um diverse Prozesse zu automatisieren – unter anderem die Automatische Optische Inspektion (AOI) rückt dabei in den Fokus. Wichtig: Die verwendeten Daten bleiben rundum geschützt und landen zu keinem Zeitpunkt in einer „KI-Cloud“. Welche Anwendungen könnten in Zukunft profitieren?
1. In welche Technologie hat Kraus Hardware investiert und wie sicher ist die Lösung ?
Wir verfügen seit kurzem über einen Server mit großer GPU (Graphics Processing Unit) inklusive 96 GB VRAM. Mit dieser Ausstattung können wir anspruchsvolle KI-Anwendungen wie maschinelles Lernen und große Sprachmodelle effizient betreiben. Und: Das modulare Design lässt sich problemlos um zusätzliche GPUs erweitern. Deshalb ist das Ganze fit für weitere Entwicklungen in der KI-Technologie.
Entscheidend ist außerdem, dass alle Large Language Models (LLM) und Vision Language Models (VLM) ohne Cloud-Anbindung funktionieren und nur innerhalb unseres Netzwerks interagieren. Die Daten bleiben also „bei uns“ und werden nicht an externe Server versendet – ein ganz wichtiger Punkt. Schließlich arbeiten wir zum Beispiel mit sensiblen technischen Spezifikationen, Prüfdokumenten und Produktionsunterlagen.
2. Welche KI-Modelle kommen überhaupt zum Einsatz?
„Aktuell sind wir noch in einer Probephase, denn es gibt bereits eine Vielzahl von Modellen für jeden Anwendungsfall. Wir prüfen regelmäßig neue Entwicklungen und entscheiden, ob ein neues Modell in unsere Umgebung übernommen wird“, sagt dazu Thomas Rauch, verantwortlich für die IT bei Kraus Hardware. Gerade im Bereich „Dokumentenverarbeitung“ ist die Entwicklung schnell: Die KI kann Lieferscheine oder Rechnungen vollständig „verstehen“ und ordnet sie automatisch den internen Beständen und Prozessen zu. Ein solcher Prozess ist zukünftig auch bei Kraus Hardware denkbar.
3. Welche weiteren Aufgaben könnten die verschiedenen Modelle bei Kraus Hardware übernehmen?
Das Feld ist groß. Uns geht es dabei um sehr konkrete und praxisnahe Arbeiten. Denkbare Beispiele:
- Einerseits wird die KI zu einer Art „digitalem Kollegen“, der alle Dokumente des Unternehmens perfekt kennt – von Prüfanweisungen bis zu Fertigungsrichtlinien. Wenn nun ein Mitarbeiter eine spezifische Frage zu einem Prozess hat, kann er die KI fragen: „Welche Prüfvorgaben gelten für Bauteil XY?“. Die Antwort kommt in Sekundenschnelle. Und: Sie stammt ausschließlich aus den eigenen Datenquellen!
- Andererseits sehen wir Möglichkeiten, um wertschöpfende Prozessen zu verbessern. Dabei erfolgt zum Beispiel die grafische Auswertung von AOI-Kamerabildern (Automatischen Optische Inspektion) mithilfe von KI. Die Technologie unterstützt uns also dabei, Lötfehler zu erkennen, fehlende Bauteile zu bestimmen oder Verunreinigungen zu detektieren. Interessanterweise arbeiten wir dazu bereits mit dem Hersteller Göpel electronic zusammen, denn eine geplante KI-Assistenzfunktion (AI Advisor) für das AOI-System von Göpel wird bei uns in Kürze installiert.
- Im Übrigen rückt zukünftig eine allgemeine Automatisierung in den Fokus: Eingehende E‑Mails, Bestellungen oder Dokumente werden ohne manuellen Eingriff verarbeitet. Zudem hilft die KI bei der Erstellung von Testprogrammen oder sucht selbstständig im Internet nach Datenblättern, Zertifikaten und Spezifikationen.
4. Gibt es erste KI-Anwendungen, die bei Kraus Hardware bereits im Einsatz sind?
Eines der ersten Tools ist eine Übersetzungs- und Textassistenz: Interne Dokumente, E‑Mails und technische Unterlagen werden mit wenigen Klicks übersetzt oder sprachlich optimiert. „Natürlich können das auch viele Cloud-basierte LLMs – bei uns erfolgt ein solcher Prozess nun aber lokal“, betont Thomas Rauch. „Immerhin haben wir einige Mitarbeiter, für die Deutsch keine Muttersprache ist. Diese Funktion ist für sie eine große Hilfe.“
5. Welche weiteren Möglichkeiten eröffnet KI in der Branche?
Die Bandbreite ist groß. Sie reicht von KI-gestützten Design-Tools, mit denen man Schaltungen und Layouts effizienter entwerfen kann, über die automatisierte Erstellung von technischen Dokumentationen bis zur Steuerung des Materialeinsatz. Dazu analysiert die KI große Materialdatenbanken und simuliert anschließend Eigenschaften wie Wärmeableitung oder Haltbarkeit. (Siehe dazu auch den Infokasten auf dieser Seite.)
Link-Tipp: Der FED-Arbeitskreis Design und Baugruppe hat hier ein umfangreiches Informationspapier zu den Möglichkeiten von KI im Elektronikbereich veröffentlicht.
Einsatz von KI im Elektronikbereich – 6 Beispiele
- Design: KI unterstützt beim Entwurf des Designs, erkennt Regelverletzungen und schlägt Optimierungen vor.
- Simulation: Komplexe Designs werden simuliert und dabei mögliche Fehler früh erkannt.
- Qualitätssicherung: KI verbessert die optische Inspektion: Lötfehler, fehlende Bauteile oder Verunreinigungen werden zuverlässiger erkannt, Pseudofehler reduziert.
- Predictive Maintenance: Maschinendaten werden analysiert, um Wartungsbedarfe frühzeitig zu erkennen und Ausfälle zu vermeiden.
- Material- & Komponentenauswahl: KI findet Alternativbauteile, bewertet Eigenschaften und unterstützt somit bei der Entscheidung.
- Supply-Chain: Durch Bedarfsprognosen und eine intelligente Planung werden Materialflüsse, Lagerbestände und Transportwege effizienter gesteuert.
Der neue Server bewältigt anspruchsvolle KI-Anwendungen wie maschinelles Lernen und große Sprachmodelle.