Flammscanner: Was zeichnet eine hochpräzise Reparatur aus?

12. 01.2026 | E‑Blog, Repa­ra­tur

Flammscanner: Was zeichnet eine hochpräzise Reparatur aus?

12.01.2026 | E‑Blog, Repa­ra­tur

Ob chemische Industrie, Lebensmittelproduktion, Papierfabrik oder Energie-Infrastruktur – Anlagen in diesen Branchen sind oft jahrzehntelang in Betrieb. Was passiert, wenn in diesem Umfeld beispielsweise ein kleiner Sensor zum Scannen von Flammen ausfällt und kein Ersatz zur Verfügung steht? Kraus Hardware gibt darauf aktuell eine Antwort.

Das Pro­blem dürfte vie­len Unter­neh­men bekannt vor­kom­men: Ältere Geräte und Maschi­nen fal­len regel­mä­ßig aus – und las­sen sich nur mit grö­ße­rem Auf­wand wie­der instand set­zen, obwohl mit­un­ter nur Details das Pro­blem aus­lö­sen. Denn: Es gibt keine aus­rei­chende Ersatzteilversorgung!

Alte und neue Sen­so­ren nicht kom­pa­ti­bel
Im aktu­el­len Fall eines Kraus-Kun­den aus der che­mi­schen Indus­trie erzeugte ein soge­nann­ter Flamm­scan­ner ein ver­gleich­ba­res Pro­blem. Das kleine Gerät bestä­tigt kon­ti­nu­ier­lich, dass eine sta­bile Bren­ner­flamme in einer grö­ße­ren Anlage vor­han­den ist. Aller­dings fiel der dazu­ge­hö­rige UV-Sen­sor rei­hen­weise bei ver­schie­de­nen Scan­nern aus. Ein­fach tau­schen? Das war nicht mög­lich, denn der Her­stel­ler des Scan­ners exis­tiert nicht mehr. Und ähn­li­che Geräte eines alter­na­ti­ven Her­stel­lers sind nicht kom­pa­ti­bel mit den vor­han­de­nen Model­len. Des­halb müsste man direkt die 30 (!) Scan­ner und dazu­ge­hö­rige Aus­wer­tungs-Elek­tro­nik der Anlage aus­tau­schen. Ein gigan­ti­scher Aufwand.

Den Sta­tus Quo bewer­ten
In der Folge kam der Kunde mit der Bitte um Repa­ra­tur auf Kraus Hard­ware zu. Tech­ni­sche Zeich­nun­gen oder Schalt­pläne waren dabei nicht vor­han­den. Wie geht man in einem der­ar­ti­gen Fall vor? „Am Anfang stand eine tech­ni­sche Bewer­tung des Sta­tus Quo“, erklärt Dr.-Ing. Chris­tian Schwar­zer von Kraus Hard­ware. „Dazu inspi­zier­ten wir den Flamm­scan­ner und sich­te­ten alle doku­men­tier­ten Details. Im zwei­ten Schritt star­tete – nach der Demon­tage – eine Inspek­tion aller elek­tri­schen und mecha­ni­schen Kom­po­nen­ten. Die Qua­li­tät der Löt­stel­len, Anzei­chen von Kom­po­nen­ten­al­te­rung und mecha­ni­schen Belas­tungs­spu­ren stan­den hier­bei im Fokus.“

Das erste Ergeb­nis die­ser Unter­su­chung: Kraus Hard­ware erstellte eine Liste mit defek­ten Bau­tei­len, die man neu beschaf­fen muss – von ein­fa­chen Kon­den­sa­to­ren und Ope­ra­ti­ons­ver­stär­kern über Span­nungs­reg­lern, MOS­FETs, Relais und Poten­tio­me­tern bis hin zum zen­tra­len AC/AC-Trans­for­ma­tor. „Wir haben uns vor allem auf anfäl­lige und schwer­ver­füg­ba­rer Bau­teile kon­zen­triert“, so Chris­tian Schwarzer.

Im zwei­ten Schritt erfolgte ein anspruchs­vol­ler Prüf- und Entwicklungsprozess:

1. Die „neue“ Sensorik perfektionieren

Die ange­lie­fer­ten neuen Sen­sor­zel­len wur­den unter rea­len Bedin­gun­gen mit Flamm­tests vali­diert – eine kor­rekte Signal­er­zeu­gung und die Ein­hal­tun­gen der „Ant­wort­schwel­len“ stan­den dabei u.a. auf dem Prüf­stand. Ein ein­fa­cher Pro­zess? „Kei­nes­falls“, sagt dazu Chris­tian Schwar­zer. „So kam es zu Beginn vor, dass eine neue UV-Foto­zelle eine Flamme detek­tierte, die aber eigent­lich gar nicht da war! Wir haben des­halb meh­rere Foto­zel­len ver­gli­chen, um Char­gen­de­fekte aus­zu­schlie­ßen.“ (Wei­tere Arbeits­schritte zum Prüf­pro­zess im Infokasten)

2. Basis für Vergleichsmessungen etablieren

Ähn­lich wich­tig war es, einen Pro­to­typ des ver­bau­ten Trans­for­ma­tors zu ent­wi­ckeln – als Refe­renz für spä­tere Ver­gleichs­mes­sun­gen. „Wir haben die tech­ni­sche Spe­zi­fi­ka­tio­nen des Trans­for­ma­tors wie elek­tri­sche Para­me­ter, Abmes­sun­gen und ther­mi­sche Belast­bar­keit genau defi­niert. Danach wurde ein Trans­for­ma­tor­her­stel­ler mit dem Nach­bau beauf­tragt“, so Chris­tian Schwar­zer. Den maß­ge­schnei­der­ten „Nach­bau“ haben Spe­zia­lis­ten von Kraus Hard­ware prä­zise auf der Pla­tine posi­tio­niert, vibra­ti­ons­ge­si­chert ver­klebt und ver­lö­tet. Abschlie­ßend wurde das Ganze optisch und elek­trisch geprüft, gefolgt von einer erneu­ten Sen­sor­va­li­die­rung per Flamm­test und ADwin-Messsystem.

Fazit: Per­fekt vor­be­rei­tet
Das End­ergeb­nis ist mit den Wor­ten „mehr indus­tri­elle Pro­zess­si­cher­heit“ gut umris­sen: Der Kunde pro­fi­tiert davon, dass alle Mate­ria­lien für akute Repa­ra­tu­ren bei Kraus Hard­ware zur Ver­fü­gung ste­hen – und dass die Spe­zia­lis­ten genau wis­sen, wel­che Prüf- und Pro­duk­ti­ons­pro­zesse unver­zicht­bar sind. „Wir kom­bi­nie­ren bewährte Tech­no­lo­gien wie selek­ti­ves Löten mit einer elek­tro-ther­mi­schen Vali­die­rung inklu­sive Wär­me­bild­auf­nah­men und Simu­la­tio­nen. Dazu kommt prä­zise Hand­ar­beit“, resü­miert Chris­tian Schwar­zer. „Letzt­lich stel­len wir sicher, dass alle wie­der­her­ge­stell­ten Flamm­sen­so­ren prä­zise funk­tio­nie­ren. Die Anfor­de­run­gen an Zuver­läs­sig­keit und Sicher­heit wer­den erfüllt.“ 

Weitere Arbeitsschritte bei Kraus Hardware
  • Eva­lua­tion von Wider­stands- und Kapa­zi­täts­wer­ten zur Ana­lyse des Schaltungsverhaltens
  • Ent­wick­lung eines LTSpice-Simu­la­ti­ons­mo­dells zur Vor­her­sage von Span­nungs­ab­fall und Leistungsaufnahme
  • Modi­fi­zie­rung der Aus­wer­tungs­elek­tro­nik (auf Basis der Simulationsergebnisse)
  • Prü­fung der ther­mi­schen Sta­bi­li­tät bzw. Zuver­läs­sig­keit per Wärmebildkamera
  • Ana­lyse inklu­sive Mes­sung der Sen­sor­aus­gangs­si­gnale, Berech­nung der erwar­te­ten Leis­tungs­auf­nahme für die neue Sen­sor­zelle uvm.
Spielte eine zentrale Rolle bei der Validierung der Sensoren: das ADwin-Messsystem von Kraus Haurware.
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