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Kraus Hardware GmbH vertraut auf exzellente Mitarbeiter beim Ausbau von Traceability.

Jürgen Schäfer
Online-Redakteur im Gespräch mit Jörg Brand / Kraus Hardware GmbH

Herr Brand, Sie arbeiten seit 14 Jahren bei der Kraus Hardware GmbH, und zuletzt als CIT (Certified IPC Trainer) sind Sie der Mann für die genaueste Einhaltung und Sicherung des Qualitätswesens. Wie sehr identifizieren Sie sich mit dieser Aufgabe?

Nun, es macht mir einfach Spaß zu sehen, wie sich die Abläufe verändern, wie eingeleitete Maßnahmen immer mehr und mehr Wirkung zeigen und das Unternehmen im Großen und Ganzen läuft. Es ist schön zu erleben, wie Prozesse teilweise neu strukturiert werden, wie Absprachen mit Kollegen zur Verbesserung führen und Störungen immer mehr erlahmen, sich das Qualitätswesen durchsetzt.

Sie sprechen Ihre „Kollegen“ an. Ist ein prozessorientiertes QM nicht unabhängig von dem Tun der „Kollegen“ zu sehen?

Meine Kollegen hier im Haus sind mit genauso viel Spaß bei der Sache wie ich und das ist gut so. Ein Ein-Mann-Qualitätsmanagement geht eh nicht.

Was hat Sie entscheidend beeinflusst, diese Tätigkeit zu ergreifen!

Dazu bin ich gekommen, wie die Jungfrau zum Kind. Es war gar nicht mein Job oder meine Idee. Das ist ausschließlich der Geschäftsleitung von Kraus-Hardware zu verdanken. Zuvor arbeitete ich speziell im Rework hier im Haus, wo ich auch heute noch als Springer tätig bin. Das ist keine Seltenheit bei uns. Oft werden neue Themen an erfahrene Mitarbeiter vergeben. Das Entscheidende ist der Spaß an dieser Tätigkeit. So erlebe ich jeden Tag, wie wir neue Kunden akquirieren und begeistern.

Was heißt „Spaß“? Ist es nicht die Notwendigkeit, die vorherrscht?

Alles hat eine emotionale Seite und eine sachliche Notwendigkeit. Natürlich müssen wir im jährlichen Vergleich unsere Entwicklung in Sachen Qualität auch in DPMO - Defekte pro einer Million Möglichkeiten - darstellen und bewerten oder das „First Pass Yield“.

Was war das nochmal?

First Pass Yield (FPY) ist die Messgröße eines Fertigungslaufs der Baugruppen, die ohne Fehler sind. Eine nicht unerhebliche Messgröße für die Qualität unserer Prozesse.

Aber die emotionale Intelligenz und die Eigenbegeisterung sind ebenso überlebenswichtig.

Wenn Sie sagen, Sie erledigen außerhalb Ihrer QMB-Tätigkeit auch noch andere Funktionen, kann da das Qualitätswesen und die Hinwendung zum werkseigenen Traceability in ausreichender Form geschehen?

Nein, was Sie vielleicht sehen wollen, ist das Optimum. Es wird immer ein Kampf bleiben, dieses zu erreichen. Qualität und Machbarkeit entsprechen hier, wie in so vielen Firmen, einem sich ständig weiterentwickelnden Ziel und deswegen nicht/nie einer 100% Erfüllung.
Jedoch muss ich sagen: Wir sind schon ein mächtiges Stück weitergekommen. Und „wir“ heißt ja nicht eine Person. Dies zeigt sich in einem zentralen Thema unserer Tätigkeiten / unserer Qualitätsansprüche: „Traceability“. Maßgeblich wird der Ausbau der Traceability in unserem Haus von Herrn Dr. Picht geleitet, der in unermüdlicher Art und Weise seine Bahnen zieht.
Eines der zentralen Themen ist Traceability. Aktuell wird das in der Branche stark diskutiert. Die Umsetzung lässt häufig auf sich warten. Wir tun es.

Die Kraus Hardware GmbH feiert nächstes Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Was ist aus Ihrer Sicht der entscheidende Punkt für den erfolgreichen Verlauf gerade der letzten Jahre?

Ganz klar: Es ist der Chef! Herr Kraus hat ein Händchen dafür, kluge Entscheidungen zu treffen und durch die Auswahl von Fachleuten die Stellen im Betrieb richtig zu besetzen.

Wo sehen Sie ggf. die Risiken, wie sehen Sie die Zukunft?

Die Risiken sehe ich in der Gewichtung der Anwendung allgemein. Traceability hat ihren Preis. So muss das System auch gelebt werden und dafür braucht man Zeit. Zeit, die zu der bisherigen Arbeitszeit ja noch hinzukommt.

Können Sie das beschreiben?

Hatten wir vor Traceability und hochprofessionellem QMS in der heutigen Form, sagen wir 95% Arbeitszeit und 5% administrative Arbeit, so verändert sich das doch. Der Anteil an Eingaben und Handhabungen steigt. Auch kosten der Aufbau und die Einführung immense Zeit. Insofern unterliegt die Firma zur Zeit außerordentlichen Veränderungen. Auch engt ein starreres Korsett an Richtlinien die Flexibilität ein. Wir müssen m.E. darauf achten, zum einen die Flexibilität nicht zu verlieren und zum andern unser hervorragendes Standing am Markt auszubauen. Das sind die Risiken und Chancen!

Und die Zukunft?

Die Kraus Hardware GmbH hat sicher nur einen begrenzten Einfluss auf das, was in der EMS-Industrie passiert, aber wir spielen mit und das Spiel macht allen einen Riesenspaß. (sr)

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