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Jürgen Schäfer
Online-Redaktion zu einem Gespräch mit Dirk Aßfalg von Kraus Hardware GmbH

Herr Aßfalg, Sie sind nun seit 16 Jahren bei Kraus Hardware. Wie geht es Ihnen und welches Gefühl haben Sie momentan in der Firma Kraus?

Also, mir geht es sehr gut!

Sorry, aber das war nicht die Antwort, die ich erwartet habe. Wo sind die Probleme?

Nun, es geht mir wirklich sehr gut und die Hektik, die es unbestreitbar hier gibt, ist für mich ein absolut positiver Stress.

Wie kommt es zu dem Stress?

Wir haben stets und ständig Stress mit der Verfügbarkeit von Bauteilen. Bauteile, die nicht rechtzeitig kommen. Bauteile, die falsch geliefert wurden. Bauteile, die vom Kunden nicht zeitgerecht beigestellt werden können.

Das sind aber Probleme, die im EMS trotz allem immer wieder auffällig sind.
Wie bewältigen Sie das? Geben Sie das Problem einfach an Ihren Einkauf weiter?

Den Stress bewältige ich zunächst durch privates Engagement. Sport ist da z.B. eine gute Möglichkeit. Das ist wichtig und führt dazu, dass man nicht betriebsblind wird und einen klaren Blick auf die betrieblichen Probleme behält.

Und die geschäftlichen Probleme…?

Wenn Bauteile unerwartet fehlen, ist ja nicht das Fehlen das Problem, sondern es sind die Folgen, die zum Problem werden. Natürlich, durch einen Fehlbestand wird die Weiterbearbeitung gestoppt. Das nächste Los wird vorgezogen. Verschiedene Betriebsabläufe sind gestört. Sofort ist ein neues Problem geboren: das Terminproblem!
Häufig aber lässt sich das verhandeln. Anrufe beim Kunden, wie eine Zeitverschiebung aussehen könnte, sind da schon oft hilfreich. Meine Erfahrung ist: Miteinander sprechen hilft ungemein. Das gilt im Übrigen auch für nachgeschaltete Arbeitsprozesse und deren Personen im Haus.

Welche Rolle spielt da die Leitung?

Zumindest keine Rolle, die Probleme wegzaubert. Im Übrigen lösen wir unsere Probleme wie das Standing der ganzen Firma ist: sehr unaufgeregt und äußerst geordnet. Natürlich, auch ein geändertes Verfahren muss QM-beständig sein.

Wie ist das hier mit der QM?

Im Prinzip ist es wie eben gesagt. Auch ein Handbuch kann nicht zaubern.

Das hört sich an, als ginge hier vieles mit Ruhe und Sachlichkeit einher.

Das kann man auf folgenden Nenner bringen:
Die Leitung sorgt für das Geschäft,
wir kümmern uns um einen möglichst reibungslosen Ablauf,
und die Qualitäter sind die Bösen. ;-)

Gibt es einen Unterschied zwischen Eigenproduktion und Fremdaufträgen?

Das sind schon Unterschiede. Im Fall der Fremdaufträge, also wo wir als Dienstleister tätig sind, haben wir es mit Kundenbestellungen zu tun und festen Terminen. Eine sorgfältige Planung ist die Folge. Material wird geordert oder beigestellt, Bestückungstermine werden festgelegt.
Bei eigenen Produkten greifen wir ggf. auf Rüstwerke zurück, auf Lagerbestand und auf den Wiederholeffekt. D.h. Eigenproduktion ist einfacher - Fremdprodukte sind vielfältiger.
Nach wie vor sind m.E. unsere Individualität und ein Gutteil der Flexibilität unser großes Plus. Dies immer mit dem Ziel, unsere Kunden pünktlich zu beliefern. Ganz wichtig ist: Wir müssen auch das Engagement des Kunden würdigen. Kommt ein Kunde wegen einer besonderen Sache persönlich zu uns, ist das ja auch Engagement. Dann haben wir nicht das Recht, den Kunden nach Schema F „lieblos“ zu bedienen.

Sie sprachen die Flexibilität an. Was ist das hier?

Auf keinen Fall bedeutet es „machen, wie man will“. Es gibt eine Reihe von Akzenten, die ich als Flexibilität erkenne.
Z.B einen ziemlich großen Feeder-Park, der uns das Auffeedern von Bauteilen vorab erstellen lässt. So können wir Unterbrechungen ertragen und müssen nicht immer wieder auf- und abfeedern. Auch das „alles unter einem Dach“ trägt der Flexibilität Rechnung. Sei es das Fräsen, Löten, Röntgen.
Das Erkennen von Verfahrensmängeln und das daraus Lernen steigert Flexibilität.
So haben wir so manche Kuh noch immer vom Eis bekommen.

Wie sehen Sie die Zukunft, ein neues Jahr beginnt?

Durch Investitionen im automatischen Lagerwesen und durch neue Investitionen in Bestückungsmaschinen werden wir genau bei den besprochenen Themen besser werden. Könnte sein, dass es etwas ruhiger läuft.

Sie erleben in Ihren 16 Jahren Kraus einen immerwährenden Wandel. Wie wirkt sich das auf Ihren ganz persönlichen Arbeitsplatz aus?

Früher war alles einfacher, das sagten schon Oma und Opa.
Aber diese Neuigkeiten sind faszinierend und spannend.
Und … es ist das Sehen und Erleben von Innovationen,

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Die Gruppe von Herrn Aßfalg besteht heute aus 4 Personen.
Die Aufgaben sind:

Maschinenbestückung SMD,
Mechanik, Fräsen Drehen Blech,
Frontplatten
Vorrichtungsbau, Werkzeugbau,
Aufnahmen für Leiterplatten,
Schablonendruck,
Dampfphasenlöten

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