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Disziplin und Bodenständigkeit

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Jürgen Schäfer
Online-Redaktion zu einem Gespräch mit Andreas Kraus von Kraus Hardware GmbH

Hallo Herr Kraus, Sie sind Geschäftsführer / Gründer der Kraus Hardware GmbH. Gut möglich, dass das Unternehmen nächstes Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert.

Ja, wir arbeiten daran und man muss wohl damit rechnen.

Ist es mehr Arbeit oder überwiegend der Spaß?

Ich will das mal so sagen: ich „darf“ arbeiten und noch immer macht es Spaß.

So wie Sie das sagen und wie ich das sehe, arbeiten Sie seit Ihren frühen Arbeitsjahren ausschließlich im eigenen Unternehmen. Ist das nochmal eine besondere Motivation?

Ja natürlich, es erfüllt mich auch ganz persönlich mit Stolz. Wenn man von einer Garagenfirma kommt, ohne je in der Garage firmiert zu haben, und es meist bergauf geht, motiviert das schon enorm. Fast könnte man von einer „positiven Gewohnheit“ reden, bei aller Vorsicht.

Verraten Sie uns etwas über Ihre Ziele, die Sie noch haben.

Die Ziele sind zunächst Ideen. So kann ich mir ganz konkret vorstellen, eine neue Dienstleistung mit anzubieten. Immer wieder binde ich in meine Ideen auch meine Familie mit ein. So spielen in meinen Gedanken auch meine Kinder eine wesentliche Rolle.

Sind Sie ein Familienmensch?

Wäre das so uncool?

Beschreiben Sie uns doch mal, wie Sie die momentane Entwicklung in der Branche sehen.

Naja, die Entwicklung der Branche wird von der Wirtschaft, oder soll ich sagen Weltwirtschaft, insgesamt geleitet. Denn die Welt ist heute ein Dorf. Da kann man sich schon sorgen. Die meist ungelösten politischen Themen beschäftigen mich und können mehr oder weniger auch Einfluss auf die Branche nehmen.

Was meinen Sie damit?

Also, Griechenland, Ukraine, Flüchtlinge, Terror … sind schon Themen, die unsere Wirtschaft beeinflussen. Was mich dabei kolossal bedrückt, ist, dass es zu keinen erkennbaren Lösungen kommt. Das dauert mir alles viel zu lang und es wundert mich, wenn trotz allem unser „Wirtschaftswunder“ vorhanden ist. Sind wir im Garten der Glückseligen? Sicher nicht. Eine politische Herausforderung ist das.

Wie wollen Sie in den nächsten Jahren Ihren Herausforderungen begegnen?

Da sind wir, wie ich meine, schon ganz gut aufgestellt, auch wenn die Anforderungen steigen und steigen. So ist das Informationsmanagement die Herausforderung der momentanen Zeit.

Haben Sie ein Beispiel?

Wir müssen aus den verschiedensten Gründen, Daten zu Bauteilen sammeln. Dazu erheben wir gerade Daten bei Lieferanten und Herstellern. Eine schiere Datenflut tut sich da auf. Daten, die „organisiert“ werden wollen und letztlich permanent gepflegt werden müssen. Eine echte Herausforderung, glauben Sie mir.
Das geht Hand in Hand mit unseren Traceability, zurzeit die größte Investition und die größte Herausforderung. Daneben werden ständig neue Aufgaben bearbeitet. Hier nenne ich AOI und 3D Inspektion als Beispiele.

Ein straffes Programm! Was ist mit Ihrer ganz persönlichen Work-Life-Balance? Urlaub? Privatleben? Fitness?

Zunächst muss ich sagen: Ich habe eine sehr liebe Frau, die mir seit Jahren den Rücken vom täglichen Einerlei frei hält und das ist sicher einiges bei vier Kindern.
Urlaube, möglichst mit der ganzen Familie, sind (noch) wesentlicher Teil des Ausgleiches zum Berufsleben. Wir pflegen hier einen bodenständigen Urlaub, dessen Schwerpunkt das Zusammensein ist.
Mein Jahresurlaub im Kreis von Sportkollegen, Segelflug in heimischen Gefilden und in den französischen Alpen, trägt darüber hinaus ganz wesentlich zur persönlichen Fitness von Geist und Körper bei. Abschalten 100%!

Auf dem Gebiet der Technik, der Technologie, des Wirtschaftens sind Sie ein geübter Garant. Wie ist das mit Menschen, Mitarbeitern? Welche Ziele haben Sie hier?

Ich möchte die Mitarbeiter in die Entscheidungsprozesse des Unternehmens mit einbinden, möchte informieren und Strategien erörtern. Mitarbeiten sollen immer auch ein Teil des organischen Wachstums sein.

Wie wir erfahren haben, ist in diesen Tagen Ihr 50. Geburtstag. Was sind denn Ihre Geburtstagswünsche und was sind die Wünsche für das Unternehmen?

Ganz klar: Die Basics sind Gesundheit, Familie, Hobbys. Wenn aus den häufig 12-14 Stunden mal 2 weniger würden, wär das nicht schlecht. Auch Wochenendarbeit muss eigentlich nicht immer sein. Also weniger Chef, mehr Andreas.
Für die Firma wünsche ich mir, dass die Arbeitnehmer immer sicher ihr Geld verdienen können und sich im Job zum Teil selbst verwirklichen.

Mögen alle Ihre Wünsche in Erfüllung gehen. Wir wünschen es Ihnen.

Vielen Dank

(sr)

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